Montag, 30. Mai 2016

Vermutlich jede Person ist einmal in seinem Leben auf das Gefühlskarussell der Liebe aufgestiegen.  Zuerst ist die Aufregung groß, vor allem wenn man zum ersten Mal in diesem Sitz aus Holz sitzt, der mit eisernen Ketten am großen Gerüst befestigt ist. Der Sitz wird im Kreis gedreht, sodass sich die Ketten ineinander verschlingen. Einmal gestartet hat das den Effekt, dass man sich so lange um sich selbst dreht, dass einem nur noch übel werden kann. Das Karussell wird immer schneller und schneller und man ist froh, wenn es gestoppt wird und man die Stufen wieder hinunter gehen darf. Und doch wieder jedes mal aufs Neue die Freundin gefragt, ob eine weitere Fahrkarte gekauft wird. 
Ein ewiges auf und ab der Emotionen. Keiner der beiden Involvierten weiß genau, was die andere Person denkt oder fühlt. Mit Hilfe von ewigen WhatsApp-Konversationen wird das Gefühlschaos eines jeden perfekt gemacht. Man wartet stundenlang auf eine Nachricht, und wenn es dann endlich "Ding" macht, wird die Nachricht doch erst absichtlich nach mehreren Stunden gelesen. Man will ja nicht zeigen, dass man in irgendeiner Weise auf besagte Nachricht gewartet hat. Darüber hinaus will man natürlich auch nicht abhängig wirken. Dieses Hin und Her habe ich bereits einige Male hinter mich gebracht. Natürlich habe ich es auch jedes mal überlebt, doch wieder immer ein bisschen mehr an unserem Selbstbewusstsein gekratzt, bis eines Tages vielleicht nichts mehr davon übrig bleibt.  

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